Stefan Schweyer - Gottesdienste

TOC

1. Gottesdienst - Was ist das?
2. Welche Elemente gehören dazu?
3. Wie sieht eine sinnvolle Abfolge aus?
4. Wer macht was?
5. Wie spontan soll es sein?

1. Gottesdienst - Was ist das?

Gott:

Der Gottesdienst wird zum Gottesdienst, indem wir nicht nur über Gott sprechen, sondern mit ihm. Gottesdienst gleicht daher eher einer Familienfeier als einer Schulstunde. (11)

Wir:

Es ist gerade die Besonderheit des Gottesdienstes, dass ich mit den anderen zusammen Gott begegne. (12)

Wort-Antwort:

Die Kommunikation beginnt bei Gott, nicht bei uns. (13)

Wenn man darauf achtet, dass der Bibel und dem Gebet im Gottesdienst viel Beachtung geschenkt wird, ist die Grundlage für das wechselseitige Reden mit Gott gelegt.(13)

Jesus Christus - Der Heilige Geist"

Durch Jesus wird für uns das Wort Gottes heilsam. (14)

„Herr, öffne meine Lippen, damit mein Mund dein Lob verkünde" (nach Ps 51,17).

Wenn wir Gottesdienst feiern, feiert Jesus mit uns mit und wir mit ihm. (14)

Himmlischer Gottesdienst

Die Gemeinde, die sich zum Gottesdienst versammelt, nimmt teil am himmlischen Gottesdienst. (17)

Gottesdienst ist ein kosmisches Ereignis. (17)

Universale Kirche

Es wäre überheblich, wenn wir glauben oder uns so verhalten, als wären wir die ersten, die verstanden haben, wie man richtig Gottesdienst feiert. (18)

Man kann nicht gleichzeitig mit den Engeln zusammen Gott loben und die anderen Gemeinden verachten. (19)

Tempel

Wenn die Gemeinde mit Jesus verbunden ist, dann gilt auch von ihr, dass sie ein „hei liger Tempel" ist, ein Ort, wo Gott durch seinen Geist wohnt (Eph 2,21-22; 1Kor 3,16). In der Gemeinde geschieht, was im Tempel geschah: Gott und Mensch begegnen sich. (21)

Gott wohnt im Gottesdienst. Er ist in beson-derer Art und Weise im Gottesdienst gegenwärtig. (22)

Zusammenfassung

Gottesdienst ist die Feier, in der der lebendige Gott seiner versammelten Gemeinde begegnet. Diese Begegnung erfolgt im wechselseitigen Dialog, in Wort und Antwort. Sie wird ermöglicht durch das Erlösungswerk von Jesus Christus und durch das Wirken des Heiligen Geistes. Die auf der Erde feiernde Gemeinde verbindet sich mit dem himmlischen Gottesdienst und dem Gottesdienst der weltweiten Kirche zu allen Zeiten und an allen Orten. So wird im Gottesdienst „ein Stück Tempel" Wirklichkeit: Gott wohnt unter uns.

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2. Welche Elemente gehören dazu?

Gottesdienst ist Dialog, also braucht es im Gottesdienst Elemente, die diesen Dialog ermöglichen.

Gottesdienst In der Freiheit des Evangellums

Die Bibel schildert uns keinen vollständigen Gottesdienst und schreibt keinen genauen Ablauf vor. (23)

Das Feiern des Gottesdienstes erfolgt in der Freiheit des Evangeliums.

Wir können die Gottesdienst der ersten Christen nicht kopieren und müssen es auch nicht (24)

Gott spricht zu uns

Im Neuen Testament werden unter anderem genannt:

Reden Gottes lässt sich nicht auf die Predigt reduzieren, in anderen Elementen des Gottesdienstes soll klar werden, das Gott mis uns kommuniziert.

Wir reden zu Gott

Die Gemeinde, die Gottes Wort hört, antwortet Gott mit Gebet und Lobgesang. Einige Beispiele:

Wir reden miteinander

„Gemeinschaft" im Neuen Testament könnte man so umreißen: „Ich" und „,Du" werden „Wir", weil wir gemeinsam an „Jesus" Anteil haben. Gemeinschaft bleibt daher nicht nur auf der horizontalen Ebene stehen. Es bleibt nicht nur beim „Ich" und „Du".

Kombinationsformen
Es gibt aber auch Elemente, bei denen unterschiedliche Rederichtungen kombiniert werden. Die drei wichtigsten gottesdienstlichen Formen sind:

Zusammenfassung

Der Gottesdienst lebt aus der Dynamik der unterschiedlichen Kommuni kationsrichtungen. Es wäre einseitig, wenn im Gottesdienst nur Gottes Wort verkündigt wird, ohne darauf Antwort zu geben. Es wäre ebenso einseitig, Gott zu loben, ohne sein Wort zu hören. Es ist eine Bereicherung, wenn gottesdienstliche Elemente verdeutlichen, dass wir durch Gott miteinander verbunden sind. Gottesdienstliche Elemente, die unterschiedliche Rederichtungen kombinieren, sind besonders geeignet, um die Gemeinschaft mit Gott und untereinander in intensiver Form zu erfahren.

3. Wie sieht eine sinnvolle Abfolge aus?

Die Bibel schreibt uns keine Reihenfolge vor. Aber man weiß, dass manche Reihenfolgen mehr Sinn ergeben als andere.

Alte Kirche/justianische Schema:
Lesung → Predigt → Gebete → Mahl

Klassischer Gottesdienst vor der Reformation:

Evangelischer Gottesdienst:
Eröffnung und Anrufung → Verkündigung und Bekenntnis → Abendmahl → Sendung und Segen

Mit der Betonung auf Sendung und Segen am Ende wird die Fortsetzung des Gottesdienstes im Alltag verankert.

Reformierter Gottesdienst
Sammlung → Anbetung → Verkündigung → Fürbitte → Sendung

Die GMeinde sammelt zueinander vor Gott.

Erwecklicher Gottesdienst
Singen → Predigt → Aufruf

Lernertrag
Gottesdienst ABlauf folgt einer inneren Logik, er ist nicht zufällig. Sinnvoll ist, wenn sich die Intensität steigert.

Grundsätzliche Fragen für den Gottesdienst Ablauf:

Raum für Antwort

Gottesdienstelemente sind keine Anreihung unterschiedlicher Bauklötze, sondern ineinandergreifende Puzzleteile.

4. Wer macht was?

5. Wie spontan soll es sein?

Ob etwas geistgewirkt ist oder nicht, hängt nicht daran, ob es spontan ist oder nicht.

Keine Angst vor gottesdienstlichen Ritualen. Und keine Angst vor Überraschendem und unvorhersehbaren.